Feststellungen einer Sprintbeauftragten

Meine Bestimmung sah es gestern ja vor, dass ich auf unserem Sportfest den Sprint 1 übernehmen sollte, demnach kam ich meiner Aufgabe mit Begeisterung nach.
Ich hatte dort ja auch alles, was ich brauchte, einen Tisch, zwei Stühle, unzählige Zettel und Listen, Kugelschreiber, noch mehr Listen, ein paar nette Schüler, eine Stoppuhr, so ein Klacker-Startding, zwei Startblöcke. Was will man mehr?

Dies habe ich gute fünf Stunden später als Resumé gezogen, als ich mit Larissa, einer Freundin, die absolut gar nichts mit der Schule zu tun hat (ja, sowas gibt es auch) zusammen saß.

Beim Zeiten-Namen-zuordnen bemerkt:
Ich sollte mich dringend bei Frau Fuldaer entschuldigen, dass ich sie immer als Paradebeispiel heranziehe. Sie ist nicht die einzige, welche die Namen ihrer Schüler nicht kennt. Frau Necker hatte es auch nicht drauf,  ebenso wenig Frau Donke.

„Ich unterrichte die ja nur in WiPo, das sind nur zwei Stunden die Woche.“ beziehungsweise „Von denen kenne ich nur die Vornamen, mit dem Nachnamen spreche ich die eh nie an.“

Beim Zeit-zurufen-lassen bemerkt:
Schüler sind toll, wenn sie engagiert einer Sache nachgehen, die ihnen Spaß macht. Richtig aufgeblüht sind einige von ihnen, und die gute Laune ist regelrecht ansteckend.
„Ich freue mich schon die ganze Woche auf heute.“ respektive „Aufsicht sein ist super, das ist richtig lustig. Und die Kinder müssen alle auf einen hören.“

Beim Zur-Kollegin-rüber-schielen bemerkt:
Wenn Sarah den Schülern ihres Standes ein Eis ausgibt, muss ich nachziehen. Aber wenigstens konnte ich einen der Schüler schicken, so zufrieden, wie sie heute waren.
„Welches Eis wollen Sie denn?“

Von Daniela bemerkt:
„Hundert Meter sind hundert Meter.“
Hundert Meter sind hundert Meter entfernt. Das ist viel. Genau hundert Meter, um genau zu sein. Und ja, man sollte auch dann, wenn man Kontaktlinsen trägt, seine Sehstärke kontrollieren lassen.

Von Herrn Vladeck bemerkt:
Frau Falke sieht aus, als könne man sie mit einer kleinen Koffeinspritze dazu bekommen einen Überschlag zu machen. Vielleicht auch eine Luftrolle. Oder sie springt im Dreieck. Das auszuprobieren lohnt sich allemal.
Sein „Wollen Sie einen Kaffee, Frau Kollegin?“ überzeugte mich aber nicht so sehr wie sein: „Ich würde Ihnen glatt einen holen.“

Von Frau Lindmahd bemerkt:
Wir haben einige Kollegen die ziemlich gut aussehen. Gerade unter den Männern sind ein paar, die regelmäßig trainieren. Und Sportlehrer gehören, zumindest figurentechnisch, meist eh in die attraktive Sparte.
„Herr Helfrich hat einen verdammt knackigen Hintern, findest du nicht?“
„Da habe ich jetzt keine Acht drauf gehabt.“
„Ehrlich? Ich schon…“

Es grüßt ganz lieb
Frau Falke

Über Frau Falke

Eine Junglehrerin bloggt über ihren Schulalltag in Klassenräumen und Lehrerzimmern, die Eskapaden der Schülerschaft und die Erlebnisse mit dem einen oder anderen Kollegen.
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11 Antworten zu Feststellungen einer Sprintbeauftragten

  1. zartbitterdenken schreibt:

    Da bewundere ich einen Lehrer meiner alten Schule, der mittlerweile schon sehr alt ist und immernoch jeden ehemaligen Schüler auf der Straße erkennt und mit Namen grüßt. Ein Gedächtnis wie ein Elefant, der Gute.

    • Frau Falke schreibt:

      So etwas liebe ich auch sehr. Gerade, wenn man als Schüler viel Zeit mit einem Lehrer verbracht hat (oder es sich so angefühlt hat, denn zwei Schüler-Jahre sind ja eigentlich aus Lehrersicht nicht so vjel…😉 ) und ihn kennen lernte, möchte man auch mit Namen wiedererkannt werden. Da fühlt man sich anerkannt und respektiert, man war wichtig.

  2. schreibsuechtige schreibt:

    Zu welchen Erkenntnissen manchmal so ganz unverhofft gelangt…😉 Manchmal reicht es einfach nur aus, wenn man die Leute, die man kennt, in einem anderen Umfeld erlebt. Ich finde sowas immer wieder spannend, da vergesse ich beinahe, dass mir andere Menschen meistens Kopfschmerzen und Unverständnis bereiten.

    Die Frau Lindmahd hätte ich übrigens GENAUSO eingeschätzt, dass ihr sowas auffällt.😀
    Hatte sie denn wenigstens Recht? Was war denn eigentlich ihre Aufgabe bei dem Sportfest, mal abgesehen von der professionellen Begutachtung der kollegialen Glutei Maximi (ja, die Pluralform habe ich gegoogelt. Bin doch kein Lateiner😉 ), natürlich.

    Mit Namen habe ich es übrigens auch nicht so. Allerdings ist es bei mir weniger das Merken, als vielmehr, dass ich sie gerne verwechsle. Vor allem wenn mein Hirn mal wieder merkwürdige Wege beschreitet. Da wird aus einem Thorsten gerne mal ein Horst, nur weil er mich zufälligerweise an meinen Großonkel erinnert. Aber das passiert meistens auch nur einmal. Schön ist es trotzdem nicht, aber davon lassen wir uns ja nicht die gute Laune verderben, oder?

    Bleibt mir nur noch abschließend zu sagen: Hundert Meter sind hundert Meter. Hundert Meter mit dem Mann (oder der Frau) seiner Träume spazieren gehen, sind relativ wenig. Hundert Meter Sprint oder noch schlimmer, Schneeschippen, sind relativ viel. (Einsteins Relativitätstheorie für Anfänger😀 )

    Ganz liebe Grüße,
    Deine Schreibsüchtige

    PS.: War der Kaffee wenigstens gut? Und welches Eis wollten Sie denn nun, Frau Falke?😉

    • Frau Falke schreibt:

      Gerade Schüler und Lehrer außerhalb des Schulgebäudes sind immer sehr spannend, wie ich finde.🙂
      Frau Lindmahd fand ich ja irgendwie süß. Sonst ist sie an den anderen Kollegen ja eher wenig interessiert. Aber diesmal…😀 Ich wäre ja nicht auf die Idee gekommen die Kollegen so zu mustern. Nicht nur, weil ich fast dem niedlichen Nicht-Verlobungsantrag Nicolas Clemens erlegen bin.
      Meine Aufgabe war ziemlich wichtig. *hust* Nun ja, an sich habe ich vor allem die Schüler koordiniert, denn das Sportfest ist von den Zwölftklässlern ausgerichtet worden. Vor allem musste ich also koordinieren, dass die Kiddies sich an die richtigen Orte stellen um die Zeit zu nehmen usw. Zudem habe ich die netten Kollegen begrüßt, die zu mir an den Tisch kamen und mir so glorreich mit den Namenslisten halfen, wenn ich die Zeiten eintragen wollte.
      Namen verwechsle ich meist nur bei den Blondies… Wobei ich dann lieber mal nichts sage. Ich erinnere mich aber an eine Lehrerin, die meiner Klasse in der Oberstufe eröffnete, wir sollten nicht darauf hoffen, sie würde unsere Namen lernen – Mädchen unseres Alters sähen für sie schon immer alle gleich aus.😉
      Die Hundert-Meter-Sache hat ein schwerwiegendes Problem: Was ist, wenn ich hundert Meter mit dem Mann meiner Träume Schneeschippe? Schwierig, schwierig.

      Der Kaffee war gut, auf jeden Fall. Eis wollte ich nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin. Auch wenn es nie jemand versteht, ich bin kein Eis-Fan. Ich mag es nicht. Ich brauche es nicht. Außer Crushed-Ice für Cocktails…🙂

      • schreibsuechtige schreibt:

        Oh, hatte ich mich da etwa ein wenig missverständlich ausgedrückt? Ich dachte, das kleingeschriebene „ihre Aufgabe“, wäre deutlich genug gewesen, oder waren wir nicht per du?😉. Ich meinte die Aufgabe von Frau Lindmahd. Aber deine war natürlich auch sehr wichtig. Irgendwer musste ja den Laden zusammenhalten.😀

        Den Nicht-Verlobungsantrag fand ich übrigens auch sehr genial. Ich finde deinen Kollegen ja allein schon von der Erzählung SEHR interessant. Den würde ich auch sehr gerne mal kennen lernen, aber wahrscheinlich würde ich grundsätzlich ähnlich reagieren wie du, wenn er mich genauso anflirten würde. Nur, um ihn dann von weitem anzuhimmeln. Aber soweit ich mich entsinne, war er ja ebenfalls glücklich vergeben, oder? Zu schaaade…😀

        Was mich auf den Gedanken bringt: Hundert Meter Schneeschippen mit Herrn Nicolas Clemens… uiuiui… wäre vermutlich relativ anstrengend mit meinem ausgewachsenen Nie-ein-Fettnäpfchen-verfehlen-Talent.

        Na ja, Themawechsel…😀

        Ich bin ja eher Eis- , als Kaffeefan. Den ertrag ich nur mit einer halben Kuh und ein Drittel Zuckerfabrik, sonst schlägt er mir gewaltig auf den Magen (am Schlimmsten ist Filterkaffee, am besten noch selbstgefiltert…). Crushed-Ice in Cocktails ist auch was feines, wobei in meinen Lieblingscocktail gar keins reingehört..

        • Frau Falke schreibt:

          Oh, wie peinlich für mich, dass ich das auf mich bezogen habe… Ähm, tüdellü, anderes Thema, anderes Thema, anderes… Frau Lindmahd!
          Nun, ihre Aufgabe war es mit einer der Klassen umherzuwandern, sie im Auge zu behalten und an jeder Station mit den Namen zu helfen. Wenn das bei den anderen ähnlich gut klappte wie bei mir, war das aber nicht so wirklich erfolgreich.😉

          Der Kollege Clemens ist so ein Thema für sich, das merkt man ja immer wieder. Wobei ich froh bin, dass du ähnlich reagieren würdest – ich werde von den anderen ja gern mit so einem wissenden Blick in Kombi mit einem aussagekräftigen Kopfschütteln bedacht. Wenn ich mir überlege, was ich für eine Menge Blödsinn reden könnte, wenn wir hundert Meter zusammen Schnee schippen… Hui. Gut, dass momentan kein Schnee liegt.

          Braucht dein eisfreier Cocktail auch in der Herstellung kein Eis?

          • schreibsuechtige schreibt:

            Die Frau Lindmahd ist ja echt ein Thema für sich. Bei dem, was ich bis jetzt so gelesen habe, würde es mir bei ihr wohl auch ähnlich wie dir gehen. Menschlich toll, nur im Beruf… na ja, solange es für alle Beteiligten noch so halbwegs zu ertragen ist. Wobei ich – wäre ich ihre Schülerin – ihr höchstwahrscheinlich gewaltig die Meinung gegeigt hätte (Stichwort: Warum sind Sie eigentlich Lehrerin geworden? Und was hat Ihre Meinung geändert?). Ich kann Missstände, wenn ich sie als solche empfinde, nicht lange stehen lassen.

            Ja, ja… der Clemens. Da hast du aber auch ein Früchtchen im Kollegium, was?😉
            Teilweise kann ich ja den wissenden Blick und das Kopfschütteln verstehen, andererseits denke ich mir dann auch, dass ich selbst schon massiv mit anderen geflirtet habe (und die mit mir), wo dann auch WIRKLICH alle dachten, dass da was läuft oder bald laufen würde und es TROTZDEM reiner Spaß war. Sozusagen ein reiner Spaß am Spiel selbst. Dazu muss ich dann aber auch sagen, dass ich den Umschwung von reinem Spaß zum „Ernst“ gerne mal verpeile.
            Ich denke, dass das letztendlich nur ihr beiden wissen könnt und es uns anderen eigentlich auch nicht wirklich was angeht. Ist halt ganz allein eure Sache!

            Ja, mein eisfreier Cocktail braucht auch bei der Herstellung kein Eis. Das ist nämlich der Lumumba. Heiße Schokolade mit Rum, wobei ich Amaretto bevorzuge.😀

            • Frau Falke schreibt:

              Ich hoffe ja für sie, dass sie zumindest den Stress mit unserem Direktor geklärt bekommt. Warum sie mittlerweile so wenig Begeisterung für ihren Beruf an den Tag legt, weiß ich nicht. Dinge, die bei uns gelaufen sind und anderen schwer zugesetzt haben, waren zeitlich nicht an ihrer Veränderung dran. Was bei ihr passiert ist, wüsste ich aber schon gern. Allein, weil es vielleicht eine Möglichkeit bieten würde daran zu arbeiten und mit der alten Freude zur Schule zu gehen.

              Eigentlich ist er gar nicht so schlimm, der Kollege Clemens, glaube ich. Wäre ich nicht jedes Mal so unfähig… Wahrscheinlich wäre es anders. Mit den Kollegen geht er ja auch normal um. Aber ich kann halt nicht anders.😀
              Dass es bei uns alles nur scherzhaft ist, wissen die anderen auch, vor allem jene, die mich kennen. Warum Felizitas so heftig reagiert hat, lag, wie ich denke, an ihrer eh miserablen Laune. Dass es irgendwann „ernst“ werden könnte, kann ich mir absolut nicht vorstellen.

              Hmm, heiße Schokolade mit Rum… Das hat was.🙂

  3. frl_wunder schreibt:

    voll cool, dass sie da so motiviert bei der Sache sind🙂 Bei uns lesen die meisten Lehrer Zeitung, korrigieren nebenher oder stricken den Pullover fertig😀

    Ich persönlich h.a.s.s.e. solche Sport-Veranstaltungen, aber wenn mir meine Lehrer ein Eis spendieren würde, könnte ich meine Meinung glatt ändern xD

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