Heute war auch nur ein Tag

Heute will ich nichts erzählen.

Heute haben alle herum geschrien.

Heute gab es zu viele Tränen.

Heute wurde sehr Unfaires gesagt.

Heute wollten wir nicht zueinander finden.

Heute wurde nur gekämpft.

Heute habe ich mich nicht gewehrt.

Heute fehlte uns die Kraft.

Heute entschuldigten sich einige.

Heute bestanden andere darauf im Recht zu sein.

Heute zeigte sich der Abgrund.

Heute war es als breche die Welt zusammen.

 

Aber heute war auch nur ein Tag und morgen wird alles besser.

Über Frau Falke

Eine Junglehrerin bloggt über ihren Schulalltag in Klassenräumen und Lehrerzimmern, die Eskapaden der Schülerschaft und die Erlebnisse mit dem einen oder anderen Kollegen.
Dieser Beitrag wurde unter Ein ernstes Wort abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

43 Antworten zu Heute war auch nur ein Tag

  1. sunshinemuffin schreibt:

    *trostknuddel schick*

  2. nomadenseele schreibt:

    Klingt nach einem Horrortag 😦 .

    • Frau Falke schreibt:

      Ich würde jetzt fast sagen, es wäre ein Tag wieder jeder andere – aber ich denke, das läge nur an meiner schlechten, traurigen Laune.
      Also ja, ein Horrortag… Leider.

      • nomadenseele schreibt:

        Seitdem ich Lehrerblogs im Allgemeinen lese (vor allem Fräulein Krise und Ihres) ist mir erst einmal klar geworden, was Lehrer leisten, sonst kennt man nur die Schülerseite, die allerdings auch alles andere an angenehmen ist. Wahrscheinlich ist es überall so, wo Menschen zwangsweise zusammen sind.

        Wobei es auch Blogs gibt, bei denen ich denke: Ja, genau wegen solchen Lehrern habe ich die Schule gehasst und kann sie 16, 17 Jahre danach immer noch nicht leiden. Aber die lese ich nicht.

        • Frau Falke schreibt:

          Es ist ja nicht immer so, nur eben manchmal. Und momentan ist privat bei einigen eben mehr los als sonst.
          Dass wir zwangsweise zusammen sind, spielt natürlich mit rein, wie bei allen anderen Jobs, in denen Menschen miteinander auskommen müssen, auch.

          • nomadenseele schreibt:

            Wobei ich mir immer sage, dass die Lehrer das freiwillig machen und aussteigen können. Ich kannte schon jemanden, der seinen Bürojob gekündigt hat, um Gärtner zu werden und nun richtig glücklich ist.

            Als Schüler kann man nur die innere Emigration gehen, resignieren und *Dienst nach Vorschrift* machen. Die Nachhilfeschüler sagen mir oft, dass sie schon ewig in der Schule sind und noch fast die gleiche Strecke vor sich haben. Die meisten bekommen in der 7. / 8. Klasse einen Koller, wie ich auch.

            • Frau Falke schreibt:

              Selbstverständlich hat man die Möglichkeit aufzuhören, doch es ist nicht gerade eine einfache Sache und Frustration kann in jedem Beruf vorkommen, weshalb man da noch lange nicht über einen Wechsel nachdenken muss. 😉
              Deine Sicht auf die Schüler klingt ebenfalls frustriert – ich frage mich, wie weit du deine eigenen Erfahrungen verarbeitet hast?

              • nomadenseele schreibt:

                Deine Sicht auf die Schüler klingt ebenfalls frustriert – ich frage mich, wie weit du deine eigenen Erfahrungen verarbeitet hast?

                Überhaupt nicht, ich habe es mehr oder weniger versucht zu verdrängen.
                Wütend bin ich immer noch, dass ich über 13 Jahre mit anderen Leuten einsperrt war (ein Widerwille aus der Kindergartenzeit), immer machen musste, was andere wollten, Sachen lernen musste, die mich nicht interessieren und von denen ich nichts mehr weiß und in den Fächern, die ich mochte, mindestens einmal im Jahr das Thema *Nationalsozialismus* vorgekaut bekam, eher zweimal. Wobei mir nach dem Lesen eines Blogs klar wurde, dass das nicht nur etwas mit den Lehrplänen, sondern mindestens genauso viel mit den Überzeugungen einiger Lehrer zu tun hatte; ich habe irgendwann für mich *Gesinnungsunterricht* getauft, die reinste Gehirnwäsche. Mir hat es so gereicht, dass ich nicht mal mehr zur Abi- bzw. Abschlußfeier der Schule gegangen bin, weil ich froh war die ganzen Gesichter nicht mehr sehen zu müssen.

                Im Grunde war ich auch auf der ganz falschen Schule: Ganztagsschule, was bedeutete, dass ich ab der 6. Klasse den Zeitplan eines Erwachsenen hatte: 7 Uhr aus dem Haus, um 17 Uhr nach Hause und dann bitte noch Klavier üben. Das einzige was ich wollte, war reiten und mit meinem Hund duch die Natur streifen – tja, dafür war keine Zeit mehr und der Reitunterricht war nur Mittags, weswegen ich das Einzige, was ich liebte für die nächsten 10 Jahre vergessen konnte. Das hat wirklich weh getan.

                Für mich wäre eher das Gegenteil, eine Fernschule, die es in Deutschland mal wieder nicht gibt, wesentlich besser gewesen. Das ganze deutsche Bildungssystem ist darauf ausgelegt, die Kinder schon mit 3 Jahren zu brechen, damit sie dann resigniert machen, was man ihnen befiehlt. Bei mir hat es lediglich für jemanden gesorgt, der andere Menschen nur noch als Belästigung ansieht.

              • Frau Falke schreibt:

                Ich glaube heute Nacht kriege ich gar nicht mehr in Worte gefasst, was ich alles sagen sollte. Vielleicht werde ich die nächsten Tage dazu Zeit finden.
                Ich glaube, du hast wirklich keine guten Erfahrungen gemacht. Aber ich glaube auch nicht, dass die Realität so ist, wie du schreibst. In deinen Worten ist sehr viel Verbitterung, die ich nicht teilen kann.

              • nomadenseele schreibt:

                Es hat letztendlich nicht nur mein Leben zerstört, sondern auch das meines Hundes, der den ganzen Frust ausbaden musste. Und dabei war es das liebevollste, gerechtigkeitliebenste und charakterstärkste Wesen, welches jemals diesen Planten betreten hat. Ich habe das leider erst rausgfunden, als ich nach der 10 Klasse in den Streik getreten bin und die Schule vorübergehend verlassen habe.

                Über die Schuldgefühle bin ich über 10 Jahre nach ihrem Tod immer noch nicht hinweg.

              • Frau Falke schreibt:

                Ich glaube wirklich, dass es gut wäre jemanden zu suchen, der all das Erlebte professionell mit dir aufarbeitet. Es klingt, als läge zu viel noch im Argen.

              • nomadenseele schreibt:

                Mag sein.

                Ändert aber nichts daran, dass das deutsche Bildungssystem hauptsächlich den Zweck hat, die Kinder zu indoktrinieren und zu brechen. Weswegen die Politiker ihnen schon gerne im Kindergarten- und Krippenalter habhaft werden wollen.

              • Frau Falke schreibt:

                Dem stimme ich nicht zu, aber ich sehe ein, dass du dieser Meinung bist.

            • nomadenseele schreibt:

              Es beißt halt niemand die fütternde Hand. Ich würde mir auch nicht eingestehen wollen, Teil eines solchen Systems zu sein,

  3. Nadine schreibt:

    Morgen wirds besser
    das ist wohl so ein ewiges Mantra. Aber wird es bestimmt!

  4. Luisa schreibt:

    Fühl dich gedrückt.

  5. hijackinthebox schreibt:

    Klingt nach einem sehr anstrengenden, aufreibenden Tag. Mein Mitgefühl.

  6. bambooos schreibt:

    Heute scheint allgemein so ein Tag gewesen zu sein. Dabei stand ich glücklicherweise auf der „Tröster“-Seite…trotzdem blöd.
    Ich mag es nicht, wenn es Leuten die ich mag nicht gut geht (dich inklusive).

    Böse Welt, schäm dich!

  7. apanat schreibt:

    Zu all dem Horror hat noch ein Lehrer den Text gelesen und besteht darauf, „bestehen auf “ stehe mit dem Dativ.
    Aber da es an solchen Tagen nur so scheint, als haetten sich alle gegen einen verschworen, ist der naechst meist so, als haette es den letzten nie gegeben.

    Weshalb muss der Lehrer dann so bloed auf etwas bestehen?
    Weil dein Blog bestimmt mal gedruckt wird, sollte nicht der Eindruck entstehen, unter Blogs kommentierenden Lehrern gaebe es keine Besserwisser.

    Warum meine entsetzliche Rechtschreibung? Qwerty-Tastatur!w

    • Frau Falke schreibt:

      Du wirst lachen, dass diese Stelle mir schon vorher komisch vorkam, ich aber nicht sagen konnte, woran es lag. Und morgen werde ich sicher über das, was du geschrieben hast, schmunzeln können.
      Das Schlimme ist, dass sich heute nicht alle gegen mich verschworen haben, sondern gegeneinander. Hätten sie ein Opfer gebraucht, hätte ich den Terror ja noch eingesehen.

      • Frau Falke schreibt:

        Ich habe es nun ganz geändert, es hat einfach nicht sein sollen, weder so, wie ich es hatte, noch so, wie ich hätte haben müssen.

        • Frau Falke schreibt:

          Die Zeile, in welcher ich Nominativ statt Dativ gebrauchte, hat mir weder gefallen, grammatikalisch richtig war, noch, als sie falsch war. Deshalb habe ich sie geändert.

          • Jürgen schreibt:

            Das „Wie bitte?“ bezieht sich auf den Kommentar weiter oben.
            „Hätten sie ein Opfer gebraucht, hätte ich den Terror ja noch eingesehen.“
            Hab leider die verkehrte Stelle erwischt.

            • Frau Falke schreibt:

              Ach so, okay. 🙂
              Nun, ich meinte lediglich, dass es mich nicht gewundert hätte, wenn die Kollegen sich einen rausgesucht hätten. Normaler Weise tendieren Gruppen zu einem gemeinsamen Feindbild. Und ich hätte wenigstens gewusst, dass ich nun auch Stress abbekomme, der eigentlich nichts mit mir zu tun hat.

  8. Nobelix schreibt:

    Wie sagt man so schön: „Es gibt Tage, da verliert man und es gibt Tage, da gewinnen die anderen…“
    Lass den Kopf nicht hängen, denn es geht auch immer wieder aufwärts. Auch wenn es bei mir auch grad nicht besser ist… 🙂

  9. Jürgen schreibt:

    Nun, ich glaube nicht, dass sich da im Kollegium groß etwas ändert. Seit ich den Blog verfolge, geht doch immer mal jemand auf eine/n los. Diesmal alle gegen alle.
    Sie halten es halt nur mal besser, mal schlechter aus.

    • Frau Falke schreibt:

      Ich sollte darauf hinarbeiten, dass es mich nicht so erwischt wie gestern.

      • krizzydings schreibt:

        DAS ist eine wunderbare Idee…schein wirklich zu brodel bei euch…hat irgendjemand von der schulleitung eigentlich schon mal die idee gehabt ein kollegen(aka mitarbeiter)training zu machen…in klasse mit mobbing wird sowas jagenre mal veranstaltet, aber in schlechtfunktionierenden lehrerzimmern kommt irgendwie kaum einer auf die idee…(an meiner alten grundschule ist neulich leider mächtig eskaliert,ich bin immer noch ganz verstört wenn ich daran denke)

      • Jürgen schreibt:

        Oder mal Schule wechseln, meine Liebe!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s