Lehrertypen I: Der Coole, der Unterrichtsvermeider und die Süße

Beim Lesen der Schülerblogs stelle ich immer wieder fest, dass es doch sehr unterschiedliche Arten von Lehrern gibt, und so kam mir eine Idee in den Kopf, die ich auch gleich umsetzen wollte:
Eine
Lehrertypen-Übersicht.
Da ich als Lehrende jedoch prinzipiell immer auf der falschen Seite des Pultes stehe, habe ich mir eine wundervolle Unterstützung geholt. Mit Muffin, der ich an dieser Stelle noch einmal herzlich danke, konnte das kleine Projekt klappen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und hoffe, ihr erkennt den einen oder anderen Typen wieder.

Eure Frau Falke 

Der Coole

Dieser Lehrer ist wirklich locker. Schüler lieben ihn, denn er ist wie sie, nur älter. Sein Unterricht ist richtig entspannt und dennoch haben Schüler das Gefühl, etwas zu lernen. Besonders als Klassenlehrer ist dieser Typ beliebt, denn die Ausflüge, die er organisiert, sind die Höhepunkte des Schuljahres – mal abgesehen von den Klassenfahrten natürlich. Diese sind ebenso locker wie der normale Unterricht. Regeln werden bis zum Gehtnichtmehr gedehnt. Oft sieht dieser Typ Lehrer auch noch unverschämt gut aus. Ihm ordnen sich selbst die aufmüpfigsten Jungs unter – er ist eben cool. Diese Lehrer sind es meist, die auch zum Vertrauenslehrer gewählt werden und sind oft Sport- oder Musiklehrer.

Klingt für mich nach Herrn Clemens.

Herr Guetta! Aber sowas von.

Der Unterrichtsvermeider

Diese Art Lehrer schafft es den gesamten Tag alles zu machen, bloß keinen Unterricht. Obwohl durchaus fähig zu richtig guter Wissensvermittelung, schafft dieser Pädagoge es, die Unterrichtszeit mit DVDs und Hörspielen zu füllen. Anzutreffen ist er nur dann bei seiner Klasse, wenn der Direktor Kontrollgänge durchs Lehrerzimmer macht. Prinzipiell hat dieser Lehrer immer das Gefühl von der Schulleitung ungemocht zu sein, was niemals bewiesen wird. Im Kollegium erfreut sich der Unterrichtsvermeider großer Beliebtheit, da er tausende Geschichten zu erzählen hat und vieles erlebt. Die Schüler mögen diesen Lehrertyp für seine ungezwungene Art, weil sie bei ihm die Hausaufgaben für die nächste Stunde abschreiben können und die Vorbereitungszeit für ein Referat über Wochen hinziehen können.

Doch auch dieser Lehrertyp findet in der Schülerschaft missgünstige Stimmen. Das sind diejenigen, die keinen Sinn darin sehen, tausendundeine Powerpoint-Präsentation zu demselben Thema zu erstellen wie die ganze Klasse, wobei von vornherein feststeht, dass diese eh nie vorgestellt werden wird. Auch die ständige Medienberieselung lässt einige Schüler verzweifeln, da sie lieber wirklich etwas für dieses Fach lernen würden.

   Bei uns eindeutig Frau Lindmahd.

Die Süße

Diesen Typ gibt es eigentlich nur in weiblicher Ausführung. Die Süße hat eine sonnige Ausstrahlung und stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Schüler. Kennzeichnend ist, dass SchülerInnen ihr eine gewisse Art von Respekt entgegenbringen und sich trotzdem einiges bei ihr herausnehmen (und dies auch dürfen). Die Süße möchte gemocht werden oder vermittelt zumindest diesen Eindruck. Oft sind es junge Lehrerinnen, die in diese Kategorie eingeordnet werden können. Diese Einordnung findet auch durch die Schüler statt und manifestiert sich endgültiger Weise in der Aussage „Aaaach, die ist so zum Knuddeln!“

Süße-Sein ist schwierig, denn man wird sehr abhängig von den Schülern. Solange sie einen mögen, ist alles okay, aber sobald sich mal eine Klasse gegen einen richtet, wird es richtig kompliziert. Wenn ich diese Definition lese, denke ich an meine ehemalige Mathematiklehrerin. Sie war auch immer „Sooooo niedlich.“.

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Über Frau Falke

Eine Junglehrerin bloggt über ihren Schulalltag in Klassenräumen und Lehrerzimmern, die Eskapaden der Schülerschaft und die Erlebnisse mit dem einen oder anderen Kollegen.
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14 Antworten zu Lehrertypen I: Der Coole, der Unterrichtsvermeider und die Süße

  1. frl_wunder schreibt:

    kann man die versch. Typen vllt auch iwie mischen?! 😉

  2. Nadine schreibt:

    Du bist eher die Süße, oder?

    • Frau Falke schreibt:

      Oh, ich hoffe inständig dass nicht.

      • Theni schreibt:

        doch, definitiv! 😀
        und dein „Doppel“ auch. (Ich hab mal drauf geachtet. Erster Gedanke, als dein Doppel völlig gehetzt aus der Knatine rennt „ach ist die knuffig, schaut aus wie ein Teddy!“ 😀 Und wieder guckte Xenia etwas doof, weil ich Spaßbremse seit neuestem grundlos über alles lache.. xD)
        und du wirkst schon ein wenig wie deine Mathelehrerin 😉

        • Frau Falke schreibt:

          An sich ist es ja auch sehr lieb, als „Süße“ klassifiziert zu werden. Jedoch lässt mich der Satz >Die Süße möchte gemocht werden oder vermittelt zumindest diesen Eindruck.< ein wenig schlucken. Mein Erziehungswissenschaftsdozent würde mich umbringen, wenn er das lesen würde…
          Meine Mathelehrerin… Das ist schwierig. Sie ist auf jeden Fall mein großes Vorbild, das ist sie auch immer gewesen. Aber ich denke einfach, dass da viel gelaufen ist, das wir als Schüler damals nicht mitbekamen. Und dass auch ihre Art nicht der perfekte Weg ist. Sobald man da auf eine Klasse trifft, die einem nicht von Anfang an gewogen ist… Ich weiß nicht. Und man sollte als Lehrer nicht davon abhängig sein gemocht zu werden. Frau Prosch beispielsweise wird nicht wegen ihres Gemütes geliebt – aber sie wird respektiert, weil sie eine gute Lehrerin ist und ein Mensch mit Prinzipien und Durchsetzungskraft.

          • Theni schreibt:

            Na ja, der Teil mit dem gemocht werden wollen muss ja nicht unbedingt erfüllt sein… 😉 du scheinst ja eher so eine unfreiwillig „Süße“ zu sein 😛
            Schon klar, sowas kann schief gehen, wenn eine Klasse einfach keine Lust hat, aber es gibt auch noch so eine art Wolf im Schafspelz, sieht lieb aus, spricht lieb, ist immer ganz süß ABER DIE PFEIFT SO LAUT DASS SELBST DIE OBERCHECKER DIE KLAPPE HALTEN! Die Mischung macht´s und du scheinst doch mit deinen Klassen fertig zu werden, die Schüler respektieren dich doch auch… 😉

  3. Seemädel schreibt:

    Sehr spannendes Thema^^
    „Die Süße“ ist mir aber glaub ich in 13 Jahren Schule nicht wirklich begegnet…

  4. erzaehlmirnix schreibt:

    Wir hatten unglücklicherweise nur die Möchtegern-Coolen, die sich mit 40+ unbedingt mit „coolen“ Sprüchen wie „Na, alles fit im Schrit?“ bei den Jungs anbiedern und mit schleimigen Geflirte an die Mädels ranmachen wollten. Ich erinnere mich mit Grausen an die privaten Details der Gutesten wie etwa, dass die Ehefrau nach der Geburt der Kinder längst nicht mehr so schlank und attraktiv ist wie früher, welche anstatt des Unterrichtsstoffs vermittelt wurden. Dummerweise hatten wir von dieser Sorte gleich mehrere in den Hauptfächern.

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