Zu welchen Typ Lehrer Frau Falke gehört und warum sie das nicht selbst bestimmen kann

Ein Aufsatz von Nobelix,
der ja auch sonst nichts vorhat :)
Einleitung:
In ihrem Blog “So viel zum Thema Schule” beschreibt Frau Falke mehrere Lehrertypen, darunter Typen wie “Der Coole”, “Der Unterrichtsvermeider” oder “Die Stimme der Vernunft”.
Offensichtlich sind als Reaktion auf diese Blogeinträge von den Lesern so viele Nachfragen gekommen, zu welchem Typ Lehrer Frau Falke sich rechnet, dass diese für die ganz schlimm nervenden Frager Strafarbeiten in Form eines Aufsatzes verteilt.

Der Bitte von Frau Falke nach einem Vergleichsaufsatz komme ich natürlich gern nach. Ich werde daher die Eingangs genannte Frage unter den Aspekten “Kann man Lehrer in Typen einteilen und ist diese Einteilung allgemein gültig?”, “Zu welchem Typ Lehrer gehört Frau Falke?” und “Kann ein Lehrer diese Typeneinteilung selber bestimmen?” näher beleuchten.
Kernfragen:
1.) Kann man Lehrer in Typen einteilen und ist diese Einteilung allgemein gültig?
Diese Frage lässt sich aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Da wäre als erstes der Blick der Schüler: Sie haben beinahe jeden Tag mit Ihrem Lehrer zu tun, verbringen einen großen Teil des Tages miteinander. Dabei wird der Lehrer auf Grund seines Auftretens, seiner äußeren Erscheinung und seines Unterrichtes eingeordnet. Es kommt so zu einer unvermeidlichen Einteilung in eben diese Kategorien – aus denen sich ein Gesamtbild ergibt.
Diese Einteilung ist allerdings streng subjektiv und von Schüler zu Schüler unterschiedlich. Der Lehrer, der auf den einen Schüler sehr streng aber fair wirkt, ist für einen anderen Schüler einfach nur doof, weil er im Lösungssatz einer Mathearbeit einen Kommafehler angestrichen hat. Selbst wenn die Einteilung innerhalb einer Schulklasse weitgehend homogen erfolgt ist, so kann die Einteilung des selben Lehrers, die durch eine andere Klasse erfolgt ist, grundsätzlich unterschiedlich ausfallen.
Aus der Sicht der Eltern, Erziehungsberechtigten oder Ausbilder (bei Berufsschulen) werden Lehrer natürlich anders bewertet. Hier werden eher Kriterien wie Fachkompetenz, gerechte Bewertung oder Kontakt / Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieb beziehungsweise Eltern / Erziehungsberechtigten bewertet.

Durch die von der Schülersicht abweichenden Kriterien sowie grundsätzlich andere Ansichten und Erfahrungen der “einteilenden Personen” kommt es hier zu einer völlig anderen Typeneinteilung. Insgesamt zeigt sich, dass Lehrer zwar in Typen eingeteilt werden können, diese Einteilung aber rein subjektiv ist und keineswegs allgemein gültig gemacht werden kann. Das heißt, dass diese Einteilung einzig die Ansicht einer Person wiederspiegelt – auch wenn diese von anderen Personen oder Gruppen wie einer Klasse geteilt wird.
2.) Zu welchem Typ Lehrer gehört Frau Falke?
Diese Frage ist die am schwersten zu beantwortende der drei Fragen. Ich kenne Frau Falke nur von dem, was sie in ihrem Blog und per Twitter schreibt. Daher kann ich aus Schülersicht keine gesicherte Einordnung treffen, sondern werde mich auf den Bereich beschränken, den ich einordnen kann.
Aus dem Blog lässt sich erlesen, dass Frau Falke sich sowohl mit “My little Pony” auskennt1), es vorzieht, nicht am Lehrerpult zu sitzen (höchstens darauf)2), und sogar einen Mottotag der Abiturienten mitmacht3). Gleichzeitig ist Frau Falke aber auch menschlich4), manchmal sogar verletzlich5) 6), aber auch hart gegen sich selber7) 8).
Auch wenn dies nur meine persönliche Wertung darstellt, zeigt das, dass Frau Falke definitiv in den Bereich „Cool“ einzuordnen ist und mich nachhaltig beeindruckt hat – eine Lehrerin, wie ich sie damals gerne gehabt hätte. In Kategorien einordnen lässt sich Frau Falke ganz sicher nicht, eher müsste eine eigene Kategorie für sie geschaffen werden.

3.) Kann ein Lehrer diese Typeneinteilung selber bestimmen?
Da Lehrer durch Schüler und andere in verschiedenen Typen eingeteilt werden, können sie diese Einteilung nicht selber vornehmen. Sie können allerdings versuchen, Einfluss auf diese Einteilung zu nehmen. Dabei setzen sie sich dem Risiko aus, ihr “Fähnlein nach dem Wind zu drehen” und somit ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Darauf, wie ein Lehrer auf seine Umwelt wirkt, kann er zwar – durchaus auch mit einfachen, kleinen Tricks – Einfluss nehmen, es ist aber fraglich, ob die Wirkung auf die Umwelt sich in die richtige Richtung entwickelt.

Fazit:
Abschließend kann man sagen, dass Lehrer schon immer von Schülern in gewisse Kategorien eingeteilt wurden. Ob diese Einteilung immer gerecht ist oder der Wahrheit entspricht, sei dahingestellt, ändern wird sich daran aber nichts. Dazu kommt noch, dass nicht nur Lehrer einem Typus zugewiesen werden, sondern auch Schüler.
Besonders deutlich wurde dies, als ich am ersten Tag meiner Ausbildung in der Berufsschule vom Lehrer mit den Worten “Ach, SIE sind also der zweite Nobelix…” begrüßt wurde.
Wie kommt nun sowas? Ganz einfach: mein Bruder und ich hatten den gleichen Klassenlehrer in der Berufsschule – und er hatte sich einen…markanten Namen gemacht.

Nachbetrachtung:
Da ich die Schule mittlerweile schon recht weit hinter mir gelassen habe (Abitur 1999 – Das beste kam zum Schluss), fiel mir der Einstieg in einen Aufsatz nicht so leicht. Trotzdem kamen mit der Zeit einige Erinnerungen an „die gute, alte Zeit“ in der Schule wieder zurück. Gut, das Seitenlimit von 4 Seiten habe ich ein kleines bisschen überschritten, aber das hat mich schon damals eher selten gestört (4 Seiten handschriftlicher Text entsprechen bei mir etwa 4 x 800 Zeichen = 3.200 Zeichen.
Dieser Text enthält mit 6.622 Zeichen geringfügig mehr). Rückblickend betrachtet habe ich diesen Aufsatz sogar sehr gerne geschrieben. Nicht nur weil ich Frau Falke wirklich mag, sondern auch weil das Thema doch einiges an Gedanken zum Thema in mir ausgelöst hat. Manchmal sind Einteilungen in bestimmte Typen nicht möglich und erst recht nicht gut – aber unwillkürlich passieren sie immer wieder.
Quellenangabe:
1.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/06/17/my-little-pony/
2.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/06/05/am-pult/
3.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/07/01/mottotag-3-sonne-strand-und-meer/
4.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/05/13/die-schule-brennt/
5.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/05/10/empfindlichkeiten/
6.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/04/30/sag-mir-dass-dieser-ort-hier-sicher-ist/
7.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/05/08/sprachlos-vor-den-kollegen-2/
8.) http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/05/08/sprachlos-ii-vor-den-schulern/

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Über Frau Falke

Eine Junglehrerin bloggt über ihren Schulalltag in Klassenräumen und Lehrerzimmern, die Eskapaden der Schülerschaft und die Erlebnisse mit dem einen oder anderen Kollegen.
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10 Antworten zu Zu welchen Typ Lehrer Frau Falke gehört und warum sie das nicht selbst bestimmen kann

  1. verlorenesschaf schreibt:

    Genial :D

    • Frau Falke schreibt:

      Womit der Beweis erbracht wäre, dass Strafen klappen. ;)
      Ich sollte öfter Aufsätze verteilen, wenn die immer so toll werden. <3

      • Nobelix schreibt:

        Wenn Strafarbeiten immer so viel Spaß machen…sollte das klappen ;-)

      • Theni schreibt:

        Nein, nein nicht noch mehr Strafarbeiten O.O xD
        Aber das ist wirklich genial, Nobelixchen! :)

        • Frau Falke schreibt:

          Wenn du nicht lieb bist…

          • Theni schreibt:

            Ey! Ich bin immer lieb! Also, wenn ich grad nich meine Freundin volllaber, Hausaufgaben abschreib, meine Arbeiten zum Abschreiben rumgebe, mit meinem Handy rumspiel, alle ärger und… also, immer lieb. Kein Grund mir ne Strafarbeit zu geben!
            (lieb guckende blonde Mädchen mit Brille können keine Strafarbeit bekommen, oder? o.O :P )

            • Frau Falke schreibt:

              Ich…hmm. Schwierig.

              • michael schreibt:

                Geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß . Eine Strafarbeit hat noch keinem lieb guckenden Mädchen geschadet. Die blonden sind sowieso die schlimmsten. ☻
                Und über die Brillenträgerinnen sagte Wilhelm Busch:


                Da wohnt einer, den er kannte,
                Der sich Meister Druff benannte.
                Druff hat aber diese Regel:
                Prügel machen frisch und kregel
                Und erweisen sich probat
                Ganz besonders vor der Tat.

                Auch zum heutgen Schützenfeste
                Scheint ihm dies für Franz das beste.
                Drum hört Knopp von weitem schon
                Den bekannten Klageton.
                ….

  2. Pingback: Zu meiner Schulzeit II | sovielzumthemaschule

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