Eine Freundin

Ich hatte eine Freundin, mit der ich mich besser verstand als mit allen anderen. Wir waren auf einer Wellenlänge, mochten die gleichen Dinge, konnten ohne Worte kommunizieren.

Diese Freundin suchte sich Freunde, mit denen ich wenig anfangen konnte. Einen narzisstischen Musiker, der sich selbst als „den Geilsten hier“ bezeichnete. Eine süße Blonde, deren größtes Können darin lag sich vorn herum mit allen gut zu stellen und hinter dem Rücken der betroffenen Person klar zu äußern, was sie über diese dachte, was fast nie Gutes war. Eine männerhassende Rothaarige, die nicht verstand, warum sie trotz ihrer kumpelhaften Art bei keinem Kerl landen konnte. Einen aufgepumpten Schwarzhaarigen, der glaubte das Problem der heutigen Frauen sei es, dass sie vergessen hätten, wo ihr Platz sei.

Die Freundin mochte ein Mädchen nicht, und sie nutzte jede Gelegenheit um schlecht über diese zu sprechen, alles an ihr störte sie, die Art sich zu verhalten, die Kleidung, die Schuhe. Wie sie ihr Haar frisierte und welches Make-Up sie trug.

Ich weiß nicht, was aus meiner Freundin von damals nach dem Studium geworden ist. Aber mit dem Mädchen bin ich heute noch befreundet.

Ihr kennt sie.

 

 

 

 

 

Es ist Felizitas.

About these ads

Über Frau Falke

Eine Junglehrerin bloggt über ihren Schulalltag in Klassenräumen und Lehrerzimmern, die Eskapaden der Schülerschaft und die Erlebnisse mit dem einen oder anderen Kollegen.
Dieser Beitrag wurde unter Dumm gelaufen, Irgendwie süß abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Eine Freundin

  1. pausenkaffee schreibt:

    Das ist ein sehr schöner Artikel :) Vermutlich hat jeder so einen Freund oder eine Freundin, die man irgendwie mal aus irgendwelchen Gründen kennen und lieben gelernt hat.

  2. frl_wunder schreibt:

    auch wenn ich aus dem Post nicht so ganz schlau werde – Felizitas, ist das nicht Ihre Freundin, die im “Die Schule brennt-“Post vorkommt? Wie gehts ihr? Schwangerschaft?

    • Frau Falke schreibt:

      Ja, das ist sie. Ich habe sie damals kennen gelernt, nach gefühlten Ewigkeiten haben wir uns dann an unserer Schule wiedergetroffen.
      Ihr geht es eher schlecht im Moment, glaube ich. So sicher bin ich mir aber nicht, denn sie redet nicht über die Schwangerschaft und möchte auch nicht darauf angesprochen werden. Ich weiß nicht, ob das jetzt ein Prozess des Selbst-Klar-Kommens ist oder was das bedeutet, aber ich finde es eher beunruhigend.

  3. Nadine schreibt:

    Wie schön das Leben oft spielt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s